Gründen

Start up Jobs

In den letzten Jahren setzte die Bundesregierung zunehmend auf die Förderung von sogenannten Existenzgründungen, worin sie sich neben der Stärkung der Wirtschaftskraft auch eine sinkende Arbeitslosenquote versprach.
Bezüglich letzterem wurde das Konzept der Ich-AG aus der Taufe gehoben; Arbeitslose sollten bei ihrem Weg in die Selbstständigkeit von staatlichen Finanzspritzen unterstützt werden und zugleich sollten ihnen auch Anreize verschafft werden, eine eigene Erwerbstätigkeit zu wählen.

Des Weiteren wurde neben den zahlreichen Marketingkampagnen, die für den Schritt in die Unternehmensgründung sprechen, auch durch die bundes- bzw. landeseigene KfW-Förderbank Maßnahmen vollbracht, Privatleute ohne Eigenkapital zinsgünstige oder in Sonderfällen sogar zinslose Darlehen zu gewährleisten, was diese dazu bewegen soll, entschiedener an das Risiko Selbstständigkeit heranzutreten, denn fast nirgendwo sonst in Europa liegt die Quote an selbstständigen Personen zu Arbeitnehmern vergleichsweise niedrig wie in Deutschland.

Und tatsächlich tut sich was in der deutschen Wirtschaft. Das zuständige Bundeswirtschaftsministerium konnte im letzten Jahr vorweisen, dass sich immer mehr Menschen in die Unternehmertätigkeit begeben, was laut diesem, zusätzliche Arbeitsplätze schaffen soll und demnach zum alljährlichen Wirtschaftswachstum beitragen könnte.

Doch von der Wirtschaftsrealität will niemand wirklich reden, denn Fakt ist mittlerweile, dass nur eine von fünf neugegründeten Firmen über ein Jahr lang existiert. Die meisten Menschen sehen ihre großen Traum oder auch ihre Selbstverwirklichung in der eigenen Existenzgründung ohne sich wirkliche Gedanken über das tatsächliche Wettbewerbs- und Marktgeschehen zu informieren. Außerdem scheitern viele Vorhaben auch an der Willenskraft der Firmeninhaber.

Somit lässt sich trotz der optimistischen Stimmung der Regierung bezüglich gestiegener Gründungszahlen nicht unbedingt sagen, dass dies auch eine Steigerung von Arbeitsplätzen mit sich führt; die meisten Start-up-Firmen sind doch eher Ein-Mann-Unternehmen und können es sich in der Anfangsphase gar nicht leisten, weiteres Personal zu beschäftigen.

Diesbezüglich liegt die Hoffnung der Wirtschaft eher in den etablierten Leistungsfirmen, die sich schon länger als drei bis fünf Jahre am Markt halten konnten, denn hier sind auch die Beschäftigtenzahlen deutlich höher, so dass alle davon profitieren.